Städtische Galerie Villa Streccius

 

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Öffnungszeiten während der Ausstellungen:
Di. und Mi. 17–20 Uhr
Do. bis So. 14–17 Uhr

Räume der Anderen II

24. März bis 6. Mai 2018
Vernissage: Freitag, 23. März 2018, 20 Uhr

Dietmar Brixy (Mannheim), Malerei
Stefan Bircheneder (Regensburg), Malerei
Jörg Bach (Mühlheim, Donau), Skulptur
Bénédicte Peyrat (Karlsruhe), Malerei, Fayence
Marina Sailer (Düsseldorf), Malerei
Andrea Grützner (Berlin, Mainz), Fotografie
Elger Esser (Düsseldorf), Fotografie
Franziska Schemel (Karlsruhe), Malerei und Objekte
Lars Reiffers (Nümbrecht), Malerei

„Was ist ein Raum?“ Diese Frage ist so alt wie die Wissenschaft und die Philosophie selbst. Und die Antworten auf diese Frage sind so unterschiedlich wie die wissenschaftlichen und philosophischen Theorien im Laufe der Jahrhunderte. Aristoteles beschreibt den Raum als den von einer Hülle umgrenzten und damit endlichen Hohlraum. Es gibt ein Außen und ein Innen, das sich in der Gesamtheit zu einem kosmischen System ordnet. Mit der Renaissance und dem Einfluss des naturwissenschaftlichen Denkens schwindet diese dialektische Raumvorstellung zugunsten eines grenzenlosen, homogenen Raumes.

Und heute? Rein faktisch können wir Raum messen und dennoch ist Raum etwas Unbegreifliches. Durch phänomenologische und sprachlich-philosophische Untersuchungen z.B. von Heidegger, Sartre und Wittgenstein wissen wir heute, dass Raum erst durch existenzielle Beziehungen entsteht. Für den Menschen ist er existenziell, denn von Anbeginn seiner Existenz ist der Mensch „im Raum“. Sein und Zeit und Raum sind die fundamentalen Elemente menschlichen Seins. Das klingt selbstverständlich, ist aber ein ungeheure Herausforderung. Der Religionsforscher Mircea Eliade beschreibt sie so: “Wer einen Raum ordnet, wiederholt das exemplarische Werk Gottes“.

Nichts anderes wagen die Künste. Sie arbeiten mit dem Raum als einer totalen Kategorie, die alle Sinne des Menschen umfasst. Durch synästhetische Wahrnehmung erschließt sich der Mensch den Raum. Künstlerische Räume arbeiten mit der Subjektivität des Raumes: Raum ist Gefühl, Raum ist Glück, Raum ist Poesie, Raum ist Schönheit. Die Künste arbeiten dabei mit raumbildenden Elementen wie Licht und Schatten, wie Farbe, Materialität und Klang. Raum ist evokatives Element: Er weckt in uns Erinnerung, Stimmung, Gefühl. Ja, manchmal auch die Empfindung von Heimat. Man betritt einen Raum und fühlt sich plötzlich zu Hause. Raum kann Geborgenheit schenken, aber auch Ängste wecken. Raum ist ästhetische Totalkategorie auf der Basis des subjektiv „gelebten Raumes“.

Die „Räume der Anderen“ in der Villa Streccius sind künstlerische Evokationen. Sie schicken den Besucher auf eine psychologische Reise durch Erlebnisräume im besten Sinn des Wortes. Denn der Raum erschließt sich niemals nur durch optische Begegnung, sondern fordert aktives Durchschreiten, um die anthropologischen Qualitäten des Raumes zu entdecken. Aus den unterschiedlichen künstlerischen Entwürfen entstehen mit der Museumsarchitektur räumliche Sequenzen beziehungsreicher, atmosphärischer Erfahrung. In den „Räumen der Anderen“ sich wiederfinden und verlieren, damit gelingt, was Meister Goethe einst so trefflich formuliert hat: „Wir Menschen sind auf Ausdehnung und Bewegung angewiesen; diese beiden Formen sind es, in welcher sich alle übrigen Formen, besonders die sinnlichen, offenbaren.“

Karin Leydecker


Stefan Bircheneder
Knusperflocke
2017, Öl auf Leinwand, 280 x 150 cm


Jörg Bach
Liegende Hose
2014, Corten, 300x380x220 cm


Marina Sailer
Reise zum Mittelpunkt der Erde
2016, Mischtechnik auf Leinwand, 160x120cm


Elger Esser
Beg er Lan
2006, C-Print Diasec Face, 142,5x184x5 cm



Kuratorinnen:
Dr. Monica Jager-Schlichter
Dr. Karin Leydecker

Veranstalter:
Kulturabteilung der Stadt Landau


 

Wir danken für die freundliche Unterstützung

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